Über mich
Ich bin Podcasterin, Krebsaktivistin und Cancer Survivor – aber das war nicht immer so.
Ursprünglich komme ich aus Norddeutschland, seit Mitte der 1990er-Jahre lebe ich in der Region München und habe eine 18 jährige Tochter.
Zu meiner Schulzeit wollte ich kreativ arbeiten und träumte davon, Dokumentarfilmerin zu werden. Nach einer Absage an der Filmhochschule in München probierte ich es mit meiner zweiten Leidenschaft, der Fotografie – am liebsten in Schwarz-Weiß, die ich selbst entwickelte. Danach folgten einige Studienversuche in den Geisteswissenschaften. Doch schnell merkte ich: reine Theorie ist nichts für mich. Ich bin ein praxisorientierter Mensch, eher pflichtbewusst als ehrgeizig, jemand, der Dinge lieber anpackt, als sie lange zu diskutieren. Genau deshalb habe ich mich für eine Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau entschieden .
Ich habe viele Jahre im kaufmännischen Bereich, auch in internationalen Unternehmen, gearbeitet.
2018 änderte sich mein Leben schlagartig:
Als ich im März - mit 47 Jahren und als Mutter einer 10jährigen Tochter - die schulmedizinisch unheilbare Diagnose „metastasierter Lungenkrebs“ erhielt brach für mich - wie für alle von Krebs betroffenen - erst einmal die Welt zusammen.
Aber mit der Zeit machte ich die Erfahrung, wie ich aus eigener Kraft innere Stärke entwickeln und mit dieser Diagnose umgehen kann. Ich habe mich mit der integrativen Medizin auseinandergesetzt, von der ich mir im medizinischem Alltag mehr wünsche.
Ebenso informiere ich mich über den rasanten Fortschritt in der Lungenkrebsforschung und bin Mitglied der Patientenorganisation "zielgenau e.V.". Jeder Krebspatient*in sollte meiner Meinung - und Erfahrung nach seinen individuellen (Heilungs-)Weg finden. Es ist wichtig, auch auf seinen Körper zu hören und sowohl eigenverantwortlich- als auch gemeinsam mit seinem behandelnden Arzt- Entscheidungen zu treffen .
Seit letztem Sommer lebe ich im 5. Tumorprogress ( Stand: Frühjahr 2026) .
Ich setze mich aktiv dafür ein, Aufklärung zu leisten und die Stigmatisierung von (Lungen-)Krebs zu reduzieren.
Lungenkrebs wird nicht nur durch Rauchen verursacht. Es gibt viele betroffene junge Nicht-und Nieraucher*innen. Auch Faktoren wie Radon, Luftverschmutzung und der Klimawandel tragen dazu bei – Themen, auf die ich seit 2019 verstärkt in den Fokus rücke, neben der Molekularen Diagnostik und der integrativen Medizin
Seit 2025 habe ich mein ehrenamtliches Engagement erweitert und biete als zertifizierte Nordic Walking Trainerin und Yin Yoga Teacher für Krebspatienten:innen Anfängerkurse für Menschen mit und nach einer Krebserkrankung an . Mehr dazu hier!
💜 Time to say goodbye – 6 Jahre „Let’s Talk About Cancer“ 🎙️
13.11.25
Dankbarkeit. Wirkung. Ein neuer Schritt.
Am 13. November 2019 habe ich „Let’s Talk About Cancer“ gestartet – ohne Plan, allein, aber mit einem tiefen Bedürfnis:
Reden. Aufklären. Mut machen.
Ich wusste nicht, dass der November der internationale Lungenkrebsmonat ist – ein Zufall, der sich heute wie ein Zeichen anfühlt.
Von Anfang an war es eine One-Woman-Show: allein konzipiert, produziert, moderiert und geschnitten, ohne Equipment oder technischem Know-how, aber mit viel Herzblut, Idealismus und einer Prise Naivität, die es manchmal braucht, um einfach anzufangen.
Gerade im ersten Corona-Jahr wurde der Podcast für viele ein Ort der Nähe, als Begegnung fast unmöglich war. Ich durfte mit so vielen wundervollen Menschen sprechen, lachen, weinen, hoffen. Diese Gespräche waren mehr als nur Aufnahmen – sie waren Leben inmitten von Krankheit, Verbundenheit trotz Distanz.
Ich habe nicht nur einen Podcast gemacht – ich habe Menschen kennengelernt, Geschichten geteilt, Hoffnung gespürt.
Und ich habe so viel über das Leben – und über mich – gelernt.
Als ich begann, gab es kaum sichtbare Lungenkrebspatient:innen in der Öffentlichkeit. Ich habe den Dialog gesucht, mit Pharmaunternehmen gesprochen, Projekte gestartet – aus einer tiefen Überzeugung heraus:
👉 Lungenkrebs braucht Gesicht, Stimme und Verständnis.
Denn diese Krankheit kann jeden treffen – Mütter, Väter, junge Menschen, Nie- und Nichtraucher:innen.
Gemeinsam mit der damaligen Filmstudentin und heutigen renommierten Journalistin Anna Zhukovets habe ich eine eigene kleine Doku produziert – aus Liebe zur Aufklärung, aus dem Glauben, dass Sichtbarkeit Leben verändern kann.
In diesen Jahren ist so viel passiert:
Neue Stimmen, Projekte, Podcasts – so viele Menschen, die weitermachen, tragen, erzählen.
Es braucht mich in dieser Rolle nicht mehr.
Ich ziehe mich aus der Öffentlichkeit zurück , aus den sozialen Medien, die mir oft zu laut & zu oberflächlich geworden sind.
Meine Diagnose, mein Leben - und auch mein Sterben werden wieder privat.
Es ist Zeit für Neues. Für andere Wege. Für ein Leben jenseits der Krebs-Bubble. Für Herzensprojekte.
Danke an euch alle – fürs Zuhören, Mitfühlen, Mittragen.
Foto: Marek & Baier, München 2024